Ohne den Staat: Selbstorganisation und politisches Engagement in der Ukraine Emily Channell-Justice ist ein englischsprachiges gedrucktes Studienbuch, das sich auf politische und soziale Veränderungen in der Ukraine konzentriert. Das Buch ist für Studierende im Hochschulbereich und Fachleute in den Sozialwissenschaften geeignet.
Die Arbeit untersucht die Proteste des Euromaidan 2013–14 in der Ukraine anhand umfangreicher ethnografischer Forschung unter Aktivistinnen und Aktivisten in Kiew. Im Mittelpunkt steht das Konzept der Selbstorganisation: die Idee, dass jede Person mit ausreichender Kompetenz Aufgaben eigenständig übernimmt. Die Autorin zeigt, wie diese Form der Organisation nicht nur in linken Kreisen entstand, sondern auch von verschiedenen politischen Gruppen übernommen wurde, darunter auch von der äußersten Rechten. Die breite Anwendung der Selbstorganisation führte zu neuen Erkenntnissen über das Verhältnis zwischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern und ihrer Regierung.
Das Buch beschreibt, wie diese selbstorganisierten Praktiken das gesellschaftliche Engagement während und nach den Euromaidan-Protesten gestärkt haben. Darüber hinaus regt es zu Netzwerken gegenseitiger Hilfe an, insbesondere seit der erneuten Invasion Russlands im Jahr 2022.
Without the State ist eine wertvolle Analyse von Transformationen in der Beziehung zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Staat im postsowjetischen Ukraine, mit Fokus auf Sozial- und Kulturantropologie sowie Politik.
Reihe: Anthropological Horizons

