Theater und Gerechtigkeit: Eine Untersuchung
Theater erfordert Kunstgriffe, Gerechtigkeit Wahrheit. Sind diese Anforderungen tatsächlich unvereinbar? Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten führende Regisseure und Dramatiker große Prozesse wie Nürnberg, Eichmann und Auschwitz erneut auf die Bühne. Zuerst fanden sie in Gerichtssälen statt, dann in Theatern. Die Frage ist: Hängt Gerechtigkeit von Gerichtssälen und Bühnen ab?
Inhalt und Ansatz von 'Staged'
In 'Staged' nutzt Minou Arjomand ein umfangreiches Archiv deutscher und amerikanischer Aufführungen aus der Nachkriegszeit, um zu zeigen, wie Theater Raum für Erzählformen und Urteile bietet, die im Gerichtssaal nicht möglich, aber essenziell für die öffentliche Meinung sind. Sie beleuchtet die Verbindungen zwischen Dramatikern wie Bertolt Brecht, Erwin Piscator, Peter Weiss und Philosophen wie Hannah Arendt und Walter Benjamin. Diese Künstler reagierten auf den Aufstieg des Faschismus mit einer erneuerten politischen Theaterpraxis.
Theoretische Rahmen und Bedeutung
Arjomand verknüpft Theorien über Ästhetik, Geschichte und Politik und argumentiert, dass Theater politisch wird durch die gemeinsame Beurteilung einer Aufführung, nicht rein durch das Thema. 'Staged' verbindet Theatergeschichte mit politischer Philosophie und betont die Bedeutung von Theatern als öffentlichen Institutionen.
Sprache und Anwendungsbereich
- Sprache: Niederländisch
- Sprachniveau: Geeignet für fortgeschrittene Nutzer (C1-C2)
- Anwendung: Bildung, Forschung, Selbststudium
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