Als der Rechtsanwalt Gabriel Ward an einem sonnigen Maimorgen 1901 aus seinen Gemächern tritt, ist sein Kopf voller seines neuesten Falls: der umstrittenen Urheberschaft des meistverkauften Kinderbuchs „Millie die Tempelkirchenmaus“. Er bemerkt den Leichnam des Lord Chief Justice von England vor seiner Tür kaum—abgesehen von den staubigen nackten Füßen des Richters, die in scharfem Kontrast zu seinem makellosen Abendanzug stehen, und dem silbernen Schnitzmesser, das in seiner Brust steckt. In den schattigen Innenhöfen und den alten Bauten des Inneren Tempels, dem Herzen der juristischen Welt Londons, blieb der Mord lange Zeit auf den Seiten von Fallakten beschränkt.
Bis jetzt. Da es im Tempel keine Polizeibefugnisse gibt, ist Gabriel die naheliegende Wahl für die Ermittlungen. Doch schon bald erkennt er, dass Mord außerhalb des Gerichtssaals weitaus komplizierter ist und dass hinter den schweren Eichentüren des Tempels seltsamere Geheimnisse liegen, als er sich je hätte vorstellen können.

